Orthopädische Praxis Eschberg

Ambulante Operationen

Ambulante Operationen

Wie geht denn das?

Oft genug haben wir es gehört und erlebt: „ Was wurde denn an Ihrem Knie überhaupt operiert?“ – „Das weiß ich auch nicht, irgendwas an den Bändern. Is auch schon fuffzehn Jahre her.“ Oder umgekehrt: „Was hat man Ihnen denn gesagt, was gemacht werden soll?“ – „Ja, der hat nur kurz gesagt, da muß so ´ne spezielle Prothese rein, aber was das genau ist – keine Ahnung.“ Damit wir uns nicht falsch verstehen – wenn mir mein Automechaniker erklärt, was er jetzt reparieren muß, verstehe ich meist auch nur die Hälfte (und selbst das ist oft noch geschmeichelt). Der menschliche Körper ist aber nun mal kein Auto und eine Operation kein Austauschen eines Ersatzteils. Sie beinhaltet Risiken und kann manches unwiederbringlich zerstören. Deshalb ist die Entscheidung zu einer Operation immer eine Entscheidung des Patienten selbst (von wenigen Notfallsituationen abgesehen). Um diese Entscheidung zu treffen, muß der Patient aber auch ausreichend über die Operation Bescheid wissen, was Aufgabe des ärztlichen Aufklärungsgesprächs ist, welches zufriedenstellend durchzuführen wir uns immer bemühen. Sollte jemand jedoch bereits im Vorfeld einer Operation Informationen wünschen oder einfach alles noch mal nachlesen bieten wir hier Beschreibungen von Operationen zum nachlesen und herunterladen als .pdf-Datei an. Dies sind von uns selbst erstellte Texte und von uns selbst gemachte oder bearbeitete Bilder, d.h. sie geben unseren, durch unsere Ausbildung und eigene Erfahrung erworbenen Kenntnisstand wieder. Andere Operateure mögen manche Details anders ausführen oder zu manchen Fragestellungen andere Meinungen haben, die wir teilweise auch respektieren, die aber halt nicht unsere sind. Darüber hinaus kann der intraoperative Befund immer auch ein abgewandeltes Vorgehen notwendig machen.

Wir haben uns bemüht, die Texte für den Laien verständlich zu halten, ganz ohne Fachausdrücke geht es aber leider nicht immer. Beim Anklicken der rot gedruckten Begriffe erscheint in der Kopfleiste eine zusätzliche Erklärung.

Zu guter letzt müssen wir natürlich erwähnen, dass diese Texte natürlich das persönliche ärztliche Aufklärungsgespräch nicht ersetzen. Sollten Fragen bestehen, wenden Sie sich bitte an uns, gerne auch per Email. Wir werden uns bemühen, alle Mails zu beantworten, auch wenn wir eine sofortige Antwort nicht garantieren können – also nicht verzweifeln, wenn am nächsten Tag noch keine Antwort da ist.

Und schließlich für alle, die eine Operation vor sich haben: Alles Gute.

Arthroskopie allgemein

Die Arthroskopie gehört zu den minimal invasiven Operationstechniken. Der Name kommt aus dem Griechischen: arthros = Gelenk + skopein = schauen, man schaut also in ein Gelenk hinein. Prinzipiell ist dies in fast allen Gelenken des menschlichen Körpers möglich, mit Abstand am häufigsten wird es jedoch am Kniegelenk durchgeführt, dann folgen Schulter und Sprunggelenke.

Bei manchen Gelenken erfolgt zunächst ein Auffüllen des Gelenkes mit Flüssigkeit durch Punktion mittels einer Spritze, beim Kniegelenk kann man üblicherweise darauf verzichten. Anschließend wird durch eine Stichinzision, d.h. einen ca. 6-8 mm großen Schnitt, der bis zum Gelenkraum reicht, der Weg ins Gelenk eröffnet. Für jedes Gelenk gibt es dabei bestimmte Zugangswege, man kann also nicht irgendwo beliebig in das Gelenk eingehen. Durch diese Öffnung wird nun die Führungshülse der Kameraoptik, in deren Innerem zunächst noch ein vorne abgerundeter Stab (der sogenannte Troikar) steckt, eingeführt. Der Stab wird dann entfernt und gegen die Optik, die bereits mit der Kameraeinheit verbunden wurde, ausgetauscht. Die Führungshülse besitzt zwei weitere Anschlüsse: Über einen der beiden Anschlüsse kann Flüssigkeit in das Gelenk gepumpt werden (entweder aktiv über eine Pumpe oder passiv durch einen an der Saaldecke befestigten flüssigkeitsgefüllten Beutel), an dem anderen wird eine Absaugvorrichtung befestigt. Manche Operateure benutzen auch eine gesonderte Absaug- oder Spülkanüle, welche durch eine weitere Stichinzision eingebracht wird.

Wenn die Optik eingebracht und die Anschlüsse befestigt sind, wird das Gelenkinnere mit Flüssigkeit aufgepumpt (es stehen dabei mehrere Flüssigkeiten zur Auswahl). Es erfolgt zunächst ein Rundumblick, d.h. man schaut sich das gesamte Gelenkinnere an. Die dabei erhobenen Befunde können durch einen an die Kamera angeschlossenen Videoprinter photographiert werden, je nach Einrichtung besteht sogar die Möglichkeit, eine Videoaufnahme anzufertigen. Anschließend wird unter Sicht der Kamera eine weitere Stichinzision gesetzt, durch die im weiteren Verlauf die Instrumente in das Gelenk eingebracht werden können. Bei einigen Gelenken wird hierzu ein sogenannter Arbeitstroikar eingeführt, meist eine großvolumige Plastikröhre mit einem Ventilmechanismus, damit die Flüssigkeit im Gelenk nicht entweicht. Falls notwendig, können die beiden Zugänge intraoperativ auch gewechselt werden, d.h. die Kamera durch den zweiten Zugang und die Instrumente durch den ersten Zugang eingeführt werden.

Es steht eine Vielzahl an Operationsinstrumenten zur Verfügung, die wichtigsten stelle ich hier vor:

Punch – Zange zum Abtrennen kleiner Gewebestücke
Shaver – In einer Metallhülse rotierendes Fräsmesser
Fasszange – zum Packen und Entfernen freier Gewebeteile
Tasthäkchen – zum Abtasten des Gelenks

Nach Beendigung der Operation werden die Kameraoptik und natürlich die Instrumente entfernt, gegebenenfalls kann eine Wunddrainage in das Gelenk eingelegt werden. Die Inzisionen werden mit Nähten oder Klammerpflastern verschlossen und ein steriler Wundverband angelegt.

Weitere Informationen über das intraoperative Vorgehen sowie die Risiken erhalten Sie in der Beschreibung der Arthroskopie der jeweiligen Gelenke.

Arthroskopie des Kniegelenks

Bei der Arthroskopie des Kniegelenks liegt der Patient flach auf dem Rücken, das Bein wird in einer ca 10 cm proximal der Kniescheibe angebrachten Beinhalterung gelagert. Noch etwas weiter proximal ist die Blutsperrenmanschette angebracht. Der unterste Teil des Operationstisches wird nach unten abgeklappt, so dass der Unterschenkel nach unten hängt.

Nach Einführen der Kamera in das Kniegelenk erfolgt zunächst der Rundumblick, anschließend wird die zweite Incision gesetzt. Durch diese führt man zunächst ein Tasthäkchen ein, mit dem man die Befunde kontrollieren kann. So kann z.B. ein Meniskusriß manchmal nur durch ziehen am Meniskus mit dem Häkchen erkannt werden.

Folgende Diagnosen und Operationsmöglichkeiten können sich ergeben:

- Schleimhautentzündung (Synovitis)
Ursachen: reaktiv als Folge einer Arthrose, Verletzung oder Allgemeininfektion, Infekt, rheumatische Erkrankung. Kann lokalisiert (nur an einer Stelle) oder generalisiert (im ganzen Gelenk verteilt) sein. Behandlung abhängig von der Ursache und dem Ausmaß: bei geringer Ausprägung keine Behandlung, bei stärkerer Ausprägung ggf. (Teil-)Entfernung mit Hilfe des Shavers, Probenentnahme zur feingeweblichen Untersuchung.

- Meniskusschädigung
Ursachen: degenerativ oder traumatisch. Behandlung: Meist Teilentfernung, selten vollständige Entfernung des Meniskus. Selten, insbesondere bei frischen Rissen und jüngeren Patienten Naht möglich.

- Knorpelschädigung
Ursachen: meist degenerativ („Arthrose“), seltener traumatisch. Behandlung: bei degenerativen Schädigungen abhängig von der Ausprägung (Einteilung in vier Schweregrade) und der Größe des Defekts. Möglich sind Belassen des Zustandes, Shaving, Knorpelanbohrung. Bei traumatischer Ursache ggf. Versuch der Wiederanheftung des Knorpelstückes. Bei abgrenzbaren, lokalisierten Defekten und sonst gutem Restknorpel ggf. Indikation zur Knorpeltransplantation. Bei generalisiertem Knorpelschaden Indikation zur Kniegelenksprothese.

- Freier Gelenkkörper
Ursachen: Häufig abgesprengtes Knorpelstückchen, kann traumatisch bedingt sein, aber auch Folge einer Osteochondrosis dissecans. Manchmal keine Ursache aufzufinden. Behandlung: selten Wiederanheftung, meist Entfernung des Gelenkkörpers.

- Bandschädigung
Ursachen: traumatisch, selten rheumatisch. Behandlung: bei Kreuzbandschädigung Ersatzplastik (siehe dort), bei Seitenbandschädigung ggf. Ruhigstellung, ggf. Bandrefixierung.

- bakterieller Infekt
Ursachen: nach offenen, ins Gelenk reichenden Wunden, nach Operationen, nach Punktionen oder durch auf dem Blutwege ins Gelenk gestreute Bakterien. Behandlung: Spülung des Gelenks, Anlegen einer kontinuierlichen Spülvorrichtung über mehrere Tage (Saug-Spül-Drainage), Antibiotikagabe.

Nachbehandlung:

Die Nachbehandlung ist natürlich abhängig von der genauen Diagnose und dem, was therapeutisch im Kniegelenk erfolgte. In den meisten Fällen genügt eine Entlastung an 2 Gehstützen für einige Tage bis zwei Wochen. Das Nahtmaterial kann nach 10 – 12 Tagen entfernt werden. Eine krankengymnastische Beübung ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Eine Ausnahme besteht nach Anbohrung eines Knorpeldefektes, wonach eine deutlich längere Entlastung erfolgen muß und auch meist krankengymnastisch beübt wird. Zum Schutz vor Thrombosen werden Antithrombosestrümpfe getragen sowie ein blutverdünnendes Medikament unter die Bauchhaut gespritzt; die Zeitdauer der Thromboseschutzmaßnahmen muß dabei individuell festgelegt werden und richtet sich u.a. nach der Mobilität der Patienten. Natürlich ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle erforderlich.


Risiken:

Allgemeine Operationsrisiken:
- Thrombose
- Embolie
- Infektion
- Wundheilungsstörung
- Verletzung von Blutgefäßen
- Verletzung von Nerven

Spezielle Operationsrisiken
- Verletzung des Gelenkknorpels, ggf. sogar des Knochens
- Verletzung des Innenbandes

Mögliche Folgen nach der Operation:
- Weiterbestehen oder Wiederauftreten von Beschwerden
- Erneutes Einreißen eines Restmeniskus nach Teilentfernung
- Fortschreiten von Knorpelschäden
- Ergussbildung im Gelenk
- Bewegungseinschränkung bei übertriebener Ruhigstellung
- Ein Infekt kann auch erst im weiteren Verlauf sichtbar werden!

 

Arthroskopie des Sprunggelenks

Bei der Arthroskopie des Sprunggelenks liegt der Patient flach auf dem Rücken, am Oberschenkel ist eine Blutsperrenmanschette angebracht. Das Gelenk wird zunächst mit einer Kanüle punktiert und mit einer Spritze aufgefüllt.

Nach dem Einbringen der Kamera erfolgt zunächst ein Rundumblick. Ein Nachtasten mit dem Tasthäkchen ist selten notwendig.

Folgende Diagnosen und Operationsmöglichkeiten können sich ergeben:

- Schleimhautentzündung (Synovitis)
Ursachen: reaktiv als Folge einer Arthrose, Verletzung oder Allgemeininfektion, Infekt, rheumatische Erkrankung. Kann lokalisiert oder generalisiert sein. Behandlung abhängig von der Ursache und dem Ausmaß: bei geringer Ausprägung keine Behandlung, bei stärkerer Ausprägung ggf. (Teil-)Entfernung mit Hilfe des Shavers, Probenentnahme zur feingeweblichen Untersuchung.


- Knorpelschädigung
Ursachen: meist degenerativ („Arthrose“) oder posttraumatisch, seltener akut traumatisch. Behandlung: bei degenerativen und posttraumatischen Schädigungen abhängig von der Ausprägung (Einteilung in vier Schweregrade) und der Größe des Defekts. Möglich sind Belassen des Zustandes, Shaving, Knorpelanbohrung. Bei traumatischer Ursache ggf. Versuch der Wiederanheftung des Knorpelstückes. Bei abgrenzbaren, lokalisierten Defekten und sonst gutem Restknorpel ggf. Indikation zur Knorpeltransplantation. Bei generalisiertem Knorpelschaden und entsprechender Beschwerdesymptomatik Indikation zur Sprunggelenksprothese oder Sprunggelenksversteifung („Arthrodese“).

- Football ankle (Auftreten von knöchernen Anbauten an den am Gelenk beteiligten Knochen, meist in Verbindung mit einer Arthrose)
Ursache: Häufig typische Folge entsprechender sportlicher Belastung deshalb der Name (Übers.: „Fußballknöchel“), aber auch posttraumatisch. Diagnose meist schon am vor der Operation erstellten Röntgenbild zu stellen.
Behandlung: Abtragung der knöchernen Anbauten, wenn möglich arthroskopisch mit kleinem Meißel und Fräse, wenn notwendig offen.

- Freier Gelenkkörper
Ursachen: Häufig abgesprengtes Knorpelstückchen, kann traumatisch bedingt sein, aber auch Folge einer Osteochondrosis dissecans. Manchmal keine Ursache aufzufinden. Behandlung: selten Wiederanheftung, meist Entfernung des Gelenkkörpers. Eventuell (s. oben) Knorpeltransplantation.

Nachbehandlung:

Die Nachbehandlung ist natürlich abhängig von der genauen Diagnose und dem, was therapeutisch im Sprunggelenk erfolgte. In den meisten Fällen genügt eine Entlastung an 2 Gehstützen für einige Tage bis zwei Wochen. Das Nahtmaterial kann nach 10 – 12 Tagen entfernt werden. Eine krankengymnastische Beübung ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Eine Ausnahme besteht nach Anbohrung eines Knorpeldefektes, wonach eine deutlich längere Entlastung erfolgen muß und auch meist krankengymnastisch beübt wird. Zum Schutz vor Thrombosen werden Antithrombosestrümpfe getragen sowie ein blutverdünnendes Medikament unter die Bauchhaut gespritzt; die Zeitdauer der Thromboseschutzmaßnahmen muß dabei individuell festgelegt werden und richtet sich u.a. nach der Mobilität der Patienten. Natürlich ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle erforderlich.


Risiken:

Allgemeine Operationsrisiken:
- Thrombose
- Embolie
- Infektion
- Wundheilungsstörung
- Verletzung von Blutgefäßen
- Verletzung von Nerven

Spezielle Operationsrisiken
- Verletzung des Gelenkknorpels, ggf. sogar des Knochens
- Bei Abtragung von Knochenvorsprüngen: nicht ausreichende oder übertriebene Abtragung
- Verletzung von Sehnen

Mögliche Folgen nach der Operation:
- Weiterbestehen oder Wiederauftreten von Beschwerden
- Fortschreiten von Knorpelschäden
- Ergussbildung im Gelenk
- Bewegungseinschränkung bei übertriebener Ruhigstellung
- Ein Infekt kann auch erst im weiteren Verlauf sichtbar werden!